Zum 25. Jubiläum bietet der Kongress ein so umfangreiches Programm wie noch nie. Mehr als 300 Beiträge in 28 Fachforen und 14 Workshops sowie eine begleitende Posterausstellung geben Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse, Praxiserfahrungen und neue Entwicklungen rund um die Nutzung der Erdwärme.
Auch die Zahl der eingereichten Beiträge und Poster liegt über dem Vorjahresniveau. Partnerland des Geothermiekongresses 2026 ist Ungarn.
Nach dem Geothermiekongress 2025 in Frankfurt am Main kehrt die Leitveranstaltung der Branche zu ihrem 25. Jubiläum nach Potsdam zurück. Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Forschung kommen zusammen, um die gesamte Bandbreite der Geothermie zu diskutieren. Als Hauptwissenschaftspartner unterstützt das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung den Kongress.
Bereits beim Call for Papers zeigte sich das große Interesse an der Veranstaltung. Aus den zahlreichen Einreichungen hat das wissenschaftliche Komitee ein vielseitiges Programm zusammengestellt.
„Wir freuen uns über die zahlreichen und qualitativ hochwertigen Einreichungen für den diesjährigen Geothermiekongress. Dabei ist uns aufgefallen, dass die geothermische Energiespeicherung, petrothermale Systeme und auch nichttechnische Themen wie kommunale Wärmeplanung und öffentliche Akzeptanz eine zunehmende Bedeutung bekommen“, stellt Prof. Dr. Horst Rüter, Leiter des Wissenschaftlichen Komitees des DGK, fest.
Die hohe Zahl der Einreichungen zeigt die dynamische Entwicklung der Geothermiebranche und das wachsende Interesse an innovativen Lösungen für die Energiewende. Der Geothermiekongress bietet damit erneut eine zentrale Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der Geothermie.
Den Auftakt des fachlichen Programms bildet der Workshoptag am 20. Oktober. In insgesamt 14 Sessions stehen praxisnahe Fragestellungen und konkrete Erfahrungen aus der Anwendung im Mittelpunkt. Das Spektrum reicht von bohrtechnischen Fragestellungen und der Entwicklung tiefengeothermischer Fernwärmeprojekte über lokale geothermische Potenziale bis hin zur Nutzung oberflächennaher Geothermie.
Weitere Themen sind kalte Nahwärme, Wärmespeicherung, Fernwärmenetze, Planungssoftware und Akzeptanzforschung.
An den beiden Kongresstagen am 21. und 22. Oktober bieten 28 Fachforen ein breites fachliches Programm. Die Themen reichen von Exploration, Erschließung und Bohrtechnik über EGS, Geothermiewässer und Lithiumgewinnung bis hin zur oberflächennahen Geothermie mit Erdwärmesonden, Planung und Anlagenoptimierung.
Weitere Schwerpunkte bilden die kommunale Wärmeplanung, Wärmenetze, Speicher, Modellierung sowie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen.
Ergänzt wird das Vortragsprogramm durch eine begleitende Posterausstellung mit dem Posterwettbewerb der Science Bar. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten hier die Möglichkeit, ihre universitären Abschlussarbeiten einem breiten Fachpublikum vorzustellen und mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.
Die beste Präsentation wird vom Bundesverband Geothermie e. V. ausgezeichnet.
Der Geothermiekongress ist auch international breit aufgestellt. Die Einreichungen für den diesjährigen Kongress kamen aus insgesamt 16 Ländern. Besonders zahlreich vertreten ist dabei das Partnerland Ungarn.
Die Hungarian Geothermal Association (HGA) setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1995 für die Förderung und Weiterentwicklung der Geothermie in Ungarn ein. Das Land blickt auf eine über 150-jährige Nutzungsgeschichte der Geothermie zurück. Heute werden insbesondere tiefengeothermische Ressourcen für die Landwirtschaft, Fernwärme und Balneologie genutzt.
Mit Ungarn rückt der Geothermiekongress damit ein Land in den Mittelpunkt, das über langjährige Erfahrungen mit der Nutzung geothermischer Ressourcen verfügt und zugleich interessante Perspektiven für die weitere Entwicklung der Geothermie bietet.
Der internationale Austausch spielt beim diesjährigen Geothermiekongress eine besonders wichtige Rolle. Neben zahlreichen englischsprachigen Sessions wird erstmals eine app-gestützte Simultanübersetzung Deutsch–Englisch angeboten. Sie steht für alle Sessions der beiden Kongresstage sowie für zahlreiche Workshops am Workshoptag zur Verfügung.
„Die deutsche Geothermiebranche ist aktiv und ambitioniert. Auch im Ausland stoßen die Entwicklungen hierzulande auf großes Interesse. Regelmäßig erhalten wir Anfragen aus dem Ausland. Und auch für die deutsche Geothermiebranche sind Entwicklungen in anderen Ländern wertvoll. Daher stärken wir den internationalen Austausch beim Kongress weiter. Neben zahlreichen englischen Sessions bieten wir zudem eine app-gestützte Simultanübersetzung Deutsch-Englisch für alle Sessions der Kongresstage und zahlreiche Workshops am Workshoptag an“, betont Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbandes Geothermie e. V.
Neben den Fachvorträgen und Workshops bietet der Geothermiekongress zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Beim Icebreaker-Abend am Dienstag, 20. Oktober, können die Teilnehmenden den Kongress gemeinsam ausklingen lassen. Am Mittwoch, 21. Oktober, folgt der Gesellschaftsabend mit einer Bootsfahrt.
Auch das praktische Erleben geothermischer Anwendungen kommt nicht zu kurz: Insgesamt fünf Exkursionen in Potsdam ermöglichen Einblicke in die Umsetzung geothermischer Projekte vor Ort. Besichtigt werden unter anderem das erste Tiefengeothermie-Heizwerk der Landeshauptstadt Potsdam sowie das Heizkraftwerk Potsdam Süd.
Darüber hinaus findet eine gemeinsame Tagesexkursion von EWP, BTB und GFZ statt. Auf dem Programm stehen zusätzlich Besuche des Reallabors GeoSpeicherBerlin und der Geothermieforschungsplattform Groß Schönebeck.
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